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Wer
Stefan Wieder als profunden Rotweinwinzer einstuft, würde ihm nicht
ganz gerecht werden. Zwar stehen auf seinen Weingärten von 5,5
Hektar überwiegend Blaufränkischstöcke, dazu kommen noch
Zweigelt, Cabernet Sauvignon, mit dem er übrigens schon einmal
im Salon vertreten war, und Merlot. Den Rest teilen sich Grüner
Veltliner und Chardonnay.
Beim Wein hört
Stefan Wieder aber nicht auf, denn schon vor über 30 Jahren packte
ihn die "brennende" Leidenschaft. Beschäftigte er sich
anfangs noch mit Zwetschken, wagte er sich nach einigen Jahren an den
Wein. Dafür hat er eine Reihe von Eichenfässern von jeweils
30 bis 70 Liter Inhalt reserviert, in denen die Destillate je nach Größe
ein bis zwei Jahre lagern. Doch das Edelbrand-Sortiment von Stefan Wieder
ist um einiges vielfältiger, denn um genügend Rohmaterial
zu bekommen, begann er mit dem Anbau von Pflaumen, Marillen und Birnen.
Außerdem hatte er dadurch die Sicherheit, genau zu wissen, welche
Qualität die Rohstoffe haben. Seit einigen Jahren veredelt er seine
Blaufränkisch-Trebern zu einem sauberen, würzig-dezenten Tresterbrand.
Und eine weitere Spezialität des Hauses ist der Wacholderbrand.
Der
eine schwingt die Fahnen, der nächste sich aufs Pferd und der dritte
sich an die Weinspitze. Stefan Wieder schwingt überall mit. So
hat er auch nicht lange zugewartet und den Cabernet Sauvignon in seine
5,5 ha Weingärten hineingeholt. Eine goldrichtige Entscheidung,
immerhin wurde dieser Wein auch mit einer Goldmedaille bei der burgenländischen
Weinprobe ausgezeichnet und jetzt mit dem Salon belohnt. Medaillen sind
zwar eine willkommene Anregung, würden aber wenig wägen, hätte
der Winzer bei seiner Arbeit keinen Spaß. Große Freude bereiten
Stefan Wieder seine Rotweine, allen voran der Blaufränkisch, den
er im Holzfaß reifen läßt, um ihn rund und geschmeidig
auf die Flasche zu ziehen. Und wenn er einen Teil seiner Trauben nach
der Blüte abtrennt, tut er das nicht mit Bedauern, sondern in Erwartung
hochreifer gesunder Trauben und gebündelter dichter Weine. Denn
beim nächsten Fahnenschwingen möchte er auf seine Weine stolz
sein können.
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